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Heilfasten

Bewusster vorübergehender Nahrungsverzicht, entweder aus geistig-seelischen oder gesundheitlichen Gründen.
Fasten ist eine Praxis, die bei fast allen Religionen vorkommt und eine gewisse Loslösung vom körperlich-materiellen und Hinwendung zum geistig-transzendentalen erleichtern soll, sie ist ein Hauptbestandteil der Askese.

Das Heilfasten wurde schon von Hippokrates, den "Vater der Heilkunde" (5.Jh. v.Chr.) als Methode zur Behandlung bestimmter Erkrankungen eingesetzt.

Beim Fasten wird weitgehend auf das Essen verzichtet, dafür viel (Wasser oder Tee) getrunken. Der Körper stellt den Stoffwechsel schnell um, senkt seinen Energieverbrauch und holt die benötigten Reserven aus den Glykogenspeichern der Leber und Muskulatur. Nach knapp einer Woche sind diese Vorräte aufgebraucht, und die „Dauerreserven“ der Fettpolster und Muskeln werden abgebaut. Die dabei anfallenden Ketonkörper verursachen nicht nur eine unangenehme Ausdünstung, sondern belasten auch Nieren und Leber. Zu lange andauerndes Fasten (=Hungern!) kann buchstäblich „an die Substanz gehen“ und dadurch zu Gesundheitsproblemen wie Herzmuskelschwäche führen.

Längeres Fasten führt zu einer Freisetzung von Endorphinen im Körper, die leicht euphorisch machen und stimmungsaufhellend wirken. Diese Empfindungen, die beim religiösen Fasten empfänglicher für spirituelle Erfahrungen machen, können bei manchen Personen Abhängigkeit hervorrufen und Hungern damit zur Sucht werden lassen.

Als wichtigste gesundheitliche Wirkung des Fastens wird häufig das „Entschlacken“ angegeben, also die Ausscheidung angesammelter Stoffwechselabfallprodukte. Wissenschaftlich gesehen ist dies Unsinn, da sämtliche Endprodukte des Stoffwechsels über Nieren, Darm, Lunge und Haut ausgeschieden werden – bei einer Störung treten akut schwere Beeinträchtigungen auf, wie beim Nierenversagen.

Der gesundheitliche Nutzen des Fastens beruht zum einen darauf, dass der Stoffwechsel durch den Hungerreiz einen Impuls erhält, seine Notfall- und Speicherfunktionen zu aktivieren. Zum anderen scheint das Immunsystem stimuliert zu werden, was die Widerstandsfähigkeit gegenüber Infekten erhöht und bei manchen Haut- und Verdauungsproblemen hilft. Zu lange Hungerphasen haben dann allerdings gerade die gegenteilige Wirkung.

Insgesamt sollten Fastenkuren nur von weitgehend gesunden Personen durchgeführt werden und nur von kurzer Dauer sein; ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist absolut notwendig. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt das Fasten überwachen. Zur dauerhaften Gewichtsreduktion ist Fasten insgesamt nicht geeignet; der Körper versucht die „Hungerverluste“ schnell aufzuholen, sobald wieder normal gegessen wird – was häufig zum berüchtigten →Jojo-Effekt führt.

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