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Schroth-Kur

Das im 19. Jh. vom Fuhrmann Johann Schroth entworfene Kurprogramm ist eine echte Rosskur und nicht uneingeschränkt empfehlenswert.

Dem Naturheilverfahren liegen drei „Säulen“ zugrunde, die den Körper angeblich entschlacken, den Stoffwechsel ankurbeln und regulieren sollen und Übergewicht mit seinen Folgekrankheiten bekämpfen.

  • Die Diät: Fettfrei, eiweißarm, vegetarisch und salzlos – das schmeckt nicht nur nach Diät, sondern kann recht schnell zu Mangelerscheinungen führen, insbesondere was Proteine angeht. Die kohlenhydratlastige Kost ist für manche Personen schwer verdaulich und für Diabetiker ohnehin fragwürdig.

  • Trink- und Trockentage: Es wird gewechselt zwischen Tagen fast ohne Flüssigkeitsaufnahme und solchen, an denen reichlich Wasser, Tee, Saft und Weißwein getrunken werden muss. Der Wechsel belastet den Kreislauf, bei Nierenerkrankungen mit Steinbildungsneigung sind die Trockentage problematisch.

  • Kurpackungen: Der Kurpatient wird vor der Nachtruhe in kalte feuchte Laken gepackt und mit warmen trockenen Packbetten zugedeckt. Das entstehende feuchtwarme Klima soll ebenfalls zur Entschlackung beitragen.


Insgesamt kann die Kur durch die verschärfte Mangelsituation durchaus zur Gewichtsabnahme und damit auch zur Blutdrucksenkung, Ausschwemmung von Ödemen und zur Absenkung hoher Blutfettwerte führen. Die Effekte sind allerdings nicht von langer Dauer; die Kur ist kaum geeignet, den Kurpatienten zu einer veränderten Lebensweise im Alltag zu bewegen.

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