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Drücken Sie sich gesund - Akupressur

(kd) Haben Sie sich schon einmal bei Kopfschmerzen die Schläfen gerieben? Ja?
Dann haben Sie unbewusst eine Jahrtausende alte Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin angewandt: die Akupressur.

Mehr als nur Druck
Bereits vor mehr als 3000 Jahren haben chinesische Heilkundige herausgefunden, dass der Druck auf bestimmte Punkte des Körpers zu positiven, heilenden oder lindernden Reaktionen führt. Die Akupressur beruht auf der Grundlage der traditionellen Vorstellung von den Energiebahnen des Körpers, den so genannten Meridianen, auf denen die Lebensenergie (Qi) fließt. An ganz bestimmten Stellen der Meridiane liegen empfindliche Punkte, die zum Teil mit den Energiezentren der Indischen Medizin, den Chakren, identisch sind.
Der Begriff Akupressur stammt aus dem Lateinischen und wurde aus den Begriffen acus = Nadel und premere = drücken zusammengesetzt. Die chinesische Bezeichnung für diese Technik lautet dagegen An-Mo. Sie veranschaulicht etwas besser, dass es bei dieser Anwendung keineswegs nur um Druck geht, denn Mo bedeutet soviel wie reiben. Und in der Tat ist eine der Behandlungsmethoden das Reiben der zu beeinflussenden Stelle. Dabei wird durch schnelles Hin- und Herbewegen der flachen Hand die Durchblutung erhöht.
Daumen, Finger oder Handballen kommen dagegen beim Kneten zum Einsatz. Diese Technik wird hauptsächlich zur Behandlung von Verspannungen eingesetzt und hat damit die größte Ähnlichkeit mit unserer herkömmlichen Massage.
Bei anderen Behandlungen wird mit den Fingerspitzen, der Handkante oder der Faust auf die Behandlungspunkte geklopft. Je nach der Intensität führt dies zu einer Beruhigung oder Aktivierung der Muskulatur und des Bindegewebes.
Unterschiedliche Wirkungen kann man schließlich auch mit der eigentlichen Pressur, also dem Druck erzeugen. Je nachdem, ob man gleichmäßig und länger (etwa 1 Minute) oder kürzer und zunehmend stärker drückt (bis 5 Sekunden) beruhigt oder aktiviert man die empfindlichen Energiepunkte. Dies kann mit den Fingern, der Handkante oder den Knöcheln erfolgen.

Hilfe bei fast allen Beschwerden
Während die westliche Massage in erster Linie auf Verspannungen der Muskulatur wirkt und diese beheben soll, ist die chinesische Tui-Na-Massage, zu der auch die Akupressur gehört, auf ein ganzheitliches Konzept hin orientiert.
Die Zahl der mit Hilfe der Akupressur behandelbaren Beschwerden liest sich daher beinahe wie eine Liste der häufigsten Erkrankungen überhaupt. Von körperlichen Leiden wie Blähungen, Kopf- und Rückenschmerzen oder Durchblutungsstörungen bis hin zu psychischen Problemen wie Depressionen, Stress und Angstzuständen reicht das Behandlungsspektrum. Diese scheinbar unglaubliche Vielfalt beruht auf der traditionellen Vorstellung der chinesischen Medizin. Danach ist jeder Meridian auch mit bestimmten Organen verknüpft, so dass eine Stimulierung der entsprechenden Leitungsbahnen an einem der über 350 empfindlichen Punkte Auswirkungen auf die Funktion des zugewiesenen Organs haben muss. Was westlichen Wissenschaftlern also manchmal wie Hokuspokus erscheint, ist aus asiatischer Sicht die konsequente Anwendung der philosophischen Grundlagen ihrer Medizintradition.
Zwar ist bis heute noch kein klarer allgemein anerkannter Beweis für die Wirkung der Akupressur geliefert worden, doch findet sie und ihre Verwandte, die Akupunktur, inzwischen immer mehr  Eingang in die moderne westliche Medizin. Besonders in der Schmerzbehandlung erzielt sie erstaunliche Ergebnisse, die auch schon so manchen Skeptiker überzeugt hat. Zu diesen gehören auch zunehmend Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen, so dass manche Akupunktur- und Akupressur-Behandlungen von ihnen bezahlt werden. Eine Nachfrage bei Ihrer Kasse lohnt sich also, bevor Sie sich auf die Suche nach einem Therapeuten machen.

Erfolg durch Eigenbehandlung
Zu dem zunehmenden Erfolg der Akupressur hat zweifellos die Möglichkeit der Selbstbehandlung beigetragen. Während man sich die Akupunkturnadeln nicht selbst setzen kann, ist es recht einfach möglich, eine ganze Reihe von Stimulationspunkten selbst zu aktivieren. Ob am Kopf, den Händen oder Füßen, Sie können durch Druck auf solche Stellen Ihren Kreislauf anregen, verschiedene Schmerzen lindern oder sich auch beruhigen. Einschlägige Literatur hilft Ihnen, die genauen Positionen dieser Stellen zu finden. Allerdings ist es ratsam, bei Zweifeln auf praktische Unterweisung durch einen Profi zu setzen.

Gefährliche Akupressur?
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht möglich erscheint, bei sanftem Druck auf bestimmte Stellen etwas falsch machen zu können, gibt es doch auch warnende Stimmen. Selbst überzeugte Anwender raten davon ab, die Akupressur bei Erkrankungen des Gefäßsystems (z.B. Krampfadern) und schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzusetzen. Die dabei entstehenden Energien könnten sich ungünstig auf vorhandene Leiden auswirken und sie sogar verstärken.
Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann sich jederzeit von seinem Hausarzt beraten lassen. Es versteht sich ohnehin von selbst, dass weder die Akupressur noch die Akupunktur eine ärztliche Behandlung ersetzen können. Als eine wirksame Ergänzung ist sie jedoch in einer Vielzahl von Fällen durchaus empfehlenswert.

Bildquelle: Photocase

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