Im Interview mit Susanne Wendel, Ernährungswissenschaftlerin und Foodtrainer
Susanne Wendel ist Ernährungs-Wissenschaftlerin und Foodtrainer. Für Wellness Interaktiv beantwortet sie exklusiv Fragen zum ``Essen im Business´´. Frau Wendel, was sind die häufigsten Schwierigkeiten, die Berufstätige beim Thema ``Ernährung´´ haben? Wer außer Haus isst, hat nicht die Möglichkeit, frisch einzukaufen und sich schnell etwas zu kochen. Man ist hier auf die Angebote von Kantinen, Restaurants oder Imbissen angewiesen. Dazu kommt, dass Berufstätige oft stark unter Zeitdruck stehen und im Zweifelsfall das Essen lieber ausfallen lassen oder sich mit Süßigkeiten über Wasser halten. Das ist aber grundverkehrt, denn der Mensch braucht hochwertige Nahrung, um körperlich und geistig die volle Leistungsfähigkeit bringen zu können. Was sind dann Ihre Tipps? Wenn man ein paar einfache Grundregeln beachtet ist das Essen im Job gar nicht so schwer: Zunächst ist wichtig, möglichst abwechslungsreich zu essen, also nicht jeden Mittag eine Leberkäsesemmel zu essen, sondern stattdessen auch mal Salat oder Nudeln oder ein Käsebrötchen oder Obst. Und wenn es schon etwas „Ungesundes“ ist, dann kann man was „Gesundes“ dazu essen, beispielsweise eine Banane als Dessert nach dem Stück Pizza. Wichtig ist auch, regelmäßig zu essen, und wenn es nur ein Joghurt ist. Wer zu lange mit dem Essen wartet, riskiert einen Blutzuckerabfall und Heißhunger und Konzentrationsschwäche. Das gilt auch für das weit verbreitete Ausfallen lassen von Mahlzeiten aus Zeitgründen. Dauerhaft schadet das der Leistungsfähigkeit und dem Zeitmanagement mehr als sich täglich mehrmals etwas Zeit zum Essen zu nehmen. Was macht jemand, der mittags einfach keine Möglichkeiten hat, irgendwo gesund essen zugehen? Am besten sich etwas von zu Hause mitbringen. Zum Beispiel Obst, vielleicht ein Joghurt und dazu ein lecker belegtes Brot. Bei den Broten finde ich Abwechslung sehr wichtig, es gibt wohl kaum etwas Langweiligeres als ein Graubrot mit Leberwurst. Also, hier noch ein paar Gurken- oder Tomatenscheiben dazu oder frische Kräuter. Und bitte auch die Brotsorte mal wechseln. Eine gängige Empfehlung ist, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen– ist das überhaupt schaffbar? Aber klar doch. Mein Motto lautet: Essen Sie bunt! Normalerweise wird eher braun-beige gegessen: die Stulle mit Schokocreme, der Rinderbraten mit Sauce, das Leberwurstbrot. Da muss mehr Farbe rein: das Rot von Tomaten, Radieschen oder Paprika, das Grün von Petersilie oder Salatgurke, das Gelb von Bananen oder Orangerot von Möhren. Trinken Sie morgens ein Glas Saft, zum zweiten Frühstück gibt´s dann ein Stück Obst. Oder eine Handvoll Cocktailtomaten. Mittags ist ein Beilagensalat ideal, kombiniert mit Gemüse, etwa einer vegetarischen Pizza, einem Gemüseauflauf oder der Gemüsebeilage zum Schnitzel. Wie wär´s am Nachmittag mit einem Stück Obstkuchen? So haben Sie noch vor dem Abendessen fünf Portionen geschafft. Also alles eine Frage der Disziplin? Eher der Motivation. Die Frage ist einfach, ob es Ihnen wichtig ist, etwas für sich zu tun und sich wohl zu fühlen und fit zu sein. Es braucht nicht viel, um sich gesund zu ernähren. Lassen Sie sich nicht weismachen, Sie bräuchten einen komplizierten Mahlzeitenplan. Es genügt. wenn Sie sich an wenige Grundregeln halten: abwechslungsreich essen und möglichst frisch und farbig. Immer wieder Neues ausprobieren und leere Kalorien in Form von Zucker, Fett und Alkohol sparen. Wer gesund und regelmäßig isst, hat spürbar mehr Energie. Frau Wendel, wir danken für dieses Gespräch. Das Interview führte Y. Zivkovic für Wellness Interaktiv. Mehr Tipps von Susanne Wendel finden Sie in unserer Kategorie Ratgeber. |








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